Neu im Archiv

  • Flash Gordon – Dreigroschen im Weltall
    Flash Gordon war nicht der erste große Science-Fiction-Held (John Carter und Buck Rogers kamen ihm zuvor), aber er war der erste, der ein multimediales Franchise hervorbrachte. Er erschien 1936 in den Kinos und inspirierte den Großteil des Genres, an dessen Spitze heute Star Wars steht.
  • Watchmen
    Dem Autor Alan Moore, dem „Zauberer” hinter „V wie Vendetta”, „Batman: The Killing Joke”, „From Hell” und vielen anderen Titeln, ist es gelungen, seine zeitgenössischen Ideen auf revolutionäre Weise durch das Medium Comic zu vermitteln. Indem er sich mit universellen Konzepten auseinandersetzte und sie durch Symbolismus und Satire aufschlüsselte, erregte er schnell die Aufmerksamkeit der Welt. Er wurde zu einem wichtigen Einfluss in der Populärkultur, denn sein Werk besitzt bis heute eine unvergleichliche Relevanz für die moderne Politik und Philosophie.
  • Die okkulte und symbolische Dimension von James Bond
    Laut Adam Howard von der National Broadcasting Company ist jeder Bond ein interessanter Spiegel seiner Zeit. So spiegelte Sean Connery zum Beispiel die sanfte Kraft wider, die die Kultur während des Kalten Krieges benötigte. Wer hat schon Angst vor Kommunisten, wenn es so elegante Operateure wie Bond gibt? Nach Watergate war jedoch Roger Moores pingeliger Bond ein großer Gegenpol zur Ernüchterung der damaligen Zeit.
  • Wo liegt Entenhausen?
    Irgendwann fragt sich jeder einmal, wo Entenhausen eigentlich liegt. Heute ist das vielleicht weniger der Fall als in der Vergangenheit, als man quasi mit der Micky Maus als Magazin heranwuchs, während man sich – langsam vom Fläschchen entwöhnt – den ersten Brei einverleiben durfte. Die Frage nach dem Wo ist naturgemäß nicht so einfach zu beantworten, was man allein daran sieht, dass es dazu verschiedene Ansichten gibt. Über eine Stadt wie München muss man nicht debattieren, sie bleibt an ihrem Platz.
  • Frank Miller: Das Evangelium des Schattens
    Frank Miller, geboren 1957 in Olney, Maryland, und aufgewachsen in Montpelier, Vermont, fand seine prägenden Inspirationen in Regionen, die kulturell eher unscheinbar sind. Vielleicht war es gerade der Mangel an urbaner Eleganz, der seine Vorstellungskraft formte und ihn zeitlebens von der Faszination für das Abgründige, die Dunkelheit und die raue Realität des amerikanischen Stadtlebens nicht entkommen ließ
  • Spirou – Der Page im roten Kostüm
    Als Franquin den Comic Ende der 1940er Jahre von Joseph („Jijé“) Gillain übernahm, begann er, längere Geschichten zu entwickeln. Jijé hatte die Figur von Spirous bestem Freund Fantasio eingeführt, aber Franquin erweiterte das Spirou-Universum beträchtlich. Neben dem aufbrausenden Fantasio führte er den exzentrischen Wissenschaftler Graf von Rummelsdorf, die abenteuerlustige Reporterin Steffani und – am bekanntesten – das langschwänzige, tigerähnliche Dschungeltier Marsupilami ein.
  • Tales from the Crypt
    In den knisternden Schatten der amerikanischen Nachkriegszeit, als Fernsehgeräte wie neue Hausaltäre in den Wohnzimmern flimmerten und das Comicregal noch der subversivste Ort eines Kiosks war, erhob sich eine Stimme aus der Gruft. Tales from the Crypt – dieser Name allein ließ Kinderherzen schneller schlagen, Eltern besorgt die Stirn runzeln und Politiker nach dem Zensurstempel greifen. Die Geschichten aus der Gruft waren nicht einfach nur Horrorcomics. Sie waren ein Tor in eine düstere Parallelwelt, in der Moral und das Makabere ein tückisches Tänzchen aufführten.
  • Die Anfänge der Schauerliteratur
    Gleich zu Beginn müssen wir zunächst über eine übersetzungstechnische Definition sprechen. Im Deutschen wird der Ausdruck „Schauerliteratur“ oft als Übersetzung für Gothic Fiction benutzt, auch wenn diese Begriffe nicht hundertprozentig deckungsgleich sind. Für unsere Zwecke soll diese Vereinfachung jedoch genügen.
  • Die Welt bei Kerzenschein
    Folklore und Legenden sind Teil eines Vermächtnisses unserer ursprünglichen Ängste, die in der Morgendämmerung der Menschheit ihren Ursprung haben, als die Welt noch vom Übernatürlichen dominiert war: Wälder, Hügel, Berge und Flüsse waren der Lebensraum von alten, unsichtbaren Dingen. Leben bedeutete, im Schatten dieser Geheimnisse zu leben. Kerzen drückten die tiefe Angst des Menschen aus, nur in einem kleinen Lichtkreis inmitten einer riesigen, dunklen Welt zu leben.
  • Grant Morrison: Popkultur als Philosphie
    Nur bei wenigen Comic-Künstlern ist die Verbindung zwischen Biografie und Werk so eng wie bei Grant Morrison. Geboren 1960 in Glasgow und aufgewachsen in der Donnelly Street in Bishopbriggs, einer schottischen Vorstadt geprägt von Arbeiterkultur, wurde Morrisons Fantasie von Beginn an durch ein doppeltes Bewusstsein geformt. Einerseits durch die alltägliche Realität der Industriestädte, andererseits durch die schillernden, kosmischen Welten amerikanischer Superhelden-Comics, die er geradezu verschlang. Dieser innere Gegensatz bildet das Fundament seiner kreativen Weltsicht.
  • Batman – Der dunkle Ritter
    Die Erzählung von Batman hat sich längst zu einem modernen Mythos entwickelt. Der junge Bruce Wayne wird Zeuge der brutalen Ermordung seiner Eltern und schwört, das Verbrechen zu bekämpfen. Getrieben von diesem Ziel, widmet er sein Leben der Selbstdisziplin. Er meistert nahezu sämtliche Kampfkünste, eignet sich wissenschaftliche Expertise an, wird ein brillanter Detektiv und stellt sich den zahlreichen Bedrohungen, die seine Heimatstadt Gotham City heimsuchen, eine Stadt, die mittlerweile genauso ikonisch ist wie der Dunkle Ritter selbst.
  • Die echten Feen entführten Kinder und tranken menschliches Blut
    Wenn die meisten Menschen an Feen denken, stellen sie sich vielleicht die glitzernde Tinkerbell aus Peter Pan oder die anderen herzerwärmenden und niedlichen Feen und Feengottmütter vor, die in vielen Disney-Filmen und Zeichentrickfilmen für Kinder vorkommen. Doch diese Kreaturen haben einen viel dunkleren Ursprung – und glichen früher eher untoten, blutsaugenden Vampiren.
  • Aura: Zeit, Körper, Identität bei Carlos Fuentes
    Carlos Fuentes‘ im Jahr 1962 veröffentlichte Novelle Aura zählt zu den bedeutendsten Werken des mexikanischen Autors und ist ein Meilenstein der lateinamerikanischen Erzählkunst des 20. Jahrhunderts. Dieses literarische Meisterstück, geprägt von erzählerischem Experimentiergeist und psychologischer Tiefe, festigte nicht nur Fuentes‘ Rang als eine der einflussreichsten Stimmen seiner Generation, sondern trug auch maßgeblich zur Etablierung des sogenannten lateinamerikanischen Booms bei.
  • Die Geschichte des Kriminalromans
    Die Beschreibung von Genres ist selten eindeutig, doch gerade das macht sie überhaupt diskussionswürdig. Wäre alles klar und für jeden offensichtlich, würde ein einfacher Lexikoneintrag ausreichen, um das Thema abzuhaken. Heute richten wir den Fokus auf eines der wohl beliebtesten literarischen Genres überhaupt: den Kriminalroman.
  • Superman – Der Mann aus Stahl
    Ein merkwürdiges Schauspiel bot sich auf dem Titelblatt der ersten Ausgabe von Action Comics im April 1938 seinen Lesern. Ein seltsam gekleideter Mann mit rotem Umhang hielt ein ganzes Auto über seinen Kopf. Auf seiner Brust prangte ein rotes “S” auf gelbem Grund. Der Stil mag sich im Laufe der Jahrzehnte geändert haben, aber der Mann aus Stahl wurde immer in den gleichen Farben gezeigt: rot, gelb und blau.
  • Alan Moore: Der Magier aus Northampton
    Alan Moore als einen zornigen Literaten zu bezeichnen, scheint verlockend einfach. Doch auch wenn sich in seinen Äußerungen immer wieder Spuren von Empörung finden, wird diese Zuschreibung seiner Komplexität kaum gerecht. Geboren am 18. November 1953 in Northampton als Sohn einer Druckerin und eines Brauereiarbeiters, trägt Moore die Eigenheiten seiner Heimatstadt tief in seiner Vorstellungskraft mit sich. Northampton, diese unspektakuläre englische Mittelstadt, besitzt eine Geschichte, die gleich Lava unter einer scheinbar ruhigen Oberfläche schwelt.
  • Unheimliche Puppen
    Ein Mädchen spaziert an der Hand ihrer Mutter die belebte Straße entlang, während es in der anderen Hand eine zerlumpte Puppe hält, die es achtlos über den Gehweg schleift. Als dein Blick auf die Puppe fällt, schleicht sich ein eigenartiges Gefühl bei dir ein. Für einen kurzen Moment scheint die Puppe ihren Kopf zu drehen und starrt direkt in deine Richtung.
  • Comics – Ein Medium im Aufstieg
    Comics verfügen seit jeher über spezifische Vorteile gegenüber anderen Medienformen – etwa ihre jahrhundertealte Tradition sowie ihre beinahe universelle Verbreitung. Die Annahme, dass Comics das kommende Jahrhundert dominieren könnten, lässt sich nur dann angemessen verstehen, wenn man anerkennt, dass sie bereits in früheren Jahrhunderten eine bedeutende Rolle gespielt haben, insbesondere in jenen Epochen, die vor der weitverbreiteten Alphabetisierung lagen.
  • London after Midnight
    Lon Chaney war ein Ausnahmetalent als Schauspieler, aber auch ein Meister der Maske. Er hob den Einsatz von Make-up im Film auf ein neues Niveau, indem er komplexe und transformative Looks schuf, die es ihm ermöglichten, eine beeindruckende Bandbreite an grotesken Charakteren zu verkörpern, darunter ikonische Rollen in Filmen wie Der Glöckner von Notre Dame, Das Phantom der Oper und Die unheiligen Drei. Sein berüchtigter Koffer, randvoll mit Schminkutensilien, Werkzeugen und Schnüren, wurde geradezu legendär.
  • Der Held in uns
    Er verlässt sein vertrautes Zuhause. Er scheitert, leidet und verliert fast alles. Und er kehrt verwandelt zurück. Er ist ein anderer Mensch, der denselben Namen trägt wie zuvor. Wir kennen ihn als Odysseus, den listenreichen König von Ithaka, der zehn Jahre lang das Mittelmeer durchirrt, um nach Hause zu finden. Aber wir kennen ihn auch als Miles Morales, einen Teenager aus Brooklyn, der eines Tages von einer genetisch modifizierten Spinne gebissen wird und plötzlich entscheiden muss, ob er die Verantwortung für eine Maske annehmen will, die andere fast zerstört hätte. Die Kostüme wechseln. Das Muster aber bleibt bestehen.