Matt Murdock, der blinde Anwalt, der tagsüber für Gerechtigkeit im Gerichtssaal kämpft und nachts die Straßen von Hell’s Kitchen von Kriminellen befreit, ist die Figur, die das Marvel-Universum lehrte, die wahre Bedeutung von Dunkelheit zu verstehen.
Ein Junge, ein Unfall, eine Welt aus Klang

Matt Murdock verliert sein Augenlicht in jungen Jahren, als ein mit radioaktivem Material beladener Lastwagen verunglückt und ein Kanister ihn direkt ins Gesicht trifft. Als er wieder zu sich kommt, wird ihm klar: Die Dunkelheit ist nun sein ständiger Begleiter. Auf den ersten Blick wirkt diese Tragödie wie der Beginn einer typischen Superhelden-Geschichte – ein schicksalhafter Unfall, der außergewöhnliche Fähigkeiten freisetzt und zur Lebensaufgabe wird. Doch was Autor Stan Lee und Zeichner Bill Everett 1964 aus dieser Prämisse schufen, übertraf die Konventionen des Genres mit einer beeindruckenden Finesse. Die Strahlung, die Matt die Sicht nahm, verstärkte im Gegenzug all seine anderen Sinne ins Übermenschliche. Sein Gehör ist so sensibel, dass er selbst das leise Pochen eines Herzschlags durch eine massive Betonwand wahrnimmt. Seine Zunge erkennt den Geschmack von Adrenalin in der Luft, wenn jemand vor Angst zittert. Sein Tastsinn ist so geschärft, dass er selbst die feinsten Vertiefungen auf einer Visitenkarte ertasten kann, die anderen verborgen blieben. Und dann ist da sein bemerkenswerter Radarsinn, der ihm eine mental-kartografische Wahrnehmung seiner Umgebung verschafft – eine weitaus präzisere Art des „Sehens“, als es jeder Mensch mit gesunden Augen je erleben könnte. Mit diesen Fähigkeiten formt sich Matt Murdock zu Daredevil, einem Helden, der mit Geschick und Mut in eine Welt eintaucht, die sowohl düster als auch voller Möglichkeiten ist. Es ist die Kombination aus Tragik, Eleganz und Innovation, die diese Figur bis heute zu einer Ikone unter den Superhelden macht.
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